Posted on 25th November 2010 by admin in Allgemein
Welche finanzielle Auswirkungen hat die Irland-Krise?
Irland galt vor einiger Zeit noch als Boomland, jetzt steht das Land vor einer schweren finanziellen Krise. Momentan befindet sich eine EU-Delegation in Dublin und verhandelt über die möglichen finanziellen Hilfen von der EU. Knapp 90 Milliarden Euro sollen Irland aus dem Rettungsfonds der EU bekommen, für diese hohe Summe müssen unter anderem auch die deutschen Steuerzahler aufkommen.
Der Wirtschaftsminister der FDP, Rainer Brüderle sieht aber für den Euro aktuell noch keine Gefahr. Durch den Rettungsfonds sei die Stabilität der gemeinsamen EU-Währung gesichert sagte der Wirtschaftsexperte dem Focus. Laut der “Irish Times” wird Irland in Kürze ein Sparpaket präsentieren, das auf 4 Jahre ausgelegt ist.
Trotzdem hat der Euro gegenüber dem US-Dollar um einiges an Wert verloren, seit sich die Situation in Irland durch die Verschuldung zuspitzt. Für Verbraucher bedeutet dies, dass importierte Waren in Deutschland teurer werden können. Die Exportwirtschaft profitiert hingegen vom schwachen Euro, denn für Käufer aus dem Ausland werden die Waren in ihren eigenen Währungen günstiger. Ein Urlaub außerhalb der Euro-Zone wird hingegen teurer, da man mit dem Euro im Ausland weniger kaufen kann.
Auch beim Zinsniveau erwarten Experten einen gleichbleibenden Tiefstand. Sollte sich die Krise von Irland europaweit auf die Wirtschaft niederschlagen, so wird die Zentralbank die Zinsen voraussichtlich auf ihrem aktuellen Tiefstand belassen. Geldanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld sind durch die niedrigen Zinsen weiterhin unattraktiv. Da aber gleichzeitig auch die Zinsen für Kredite niedrig bleiben werden, können Käufer von Immobilien oder Hausbauer profitieren. Bei niedrigen Zinsen investieren viele Anleger in verschiedene Sachwerte wie zum Beispiel in Immobilien oder in Gold. Experten raten dazu, trotz der Krise und den niedrigen Zinsen, ihr Erspartes weiterhin breit zu streuen. Goldanlagen lohnen sich zwar momentan, durch die hohe Nachfrage könnten aber die Preise bald wieder stark sinken.
Posted on 3rd November 2010 by admin in Allgemein
Die Energieriesen und die Strombranche stehen bereits seit dem bekannt werden ihrer angeblichen Gewinnmargen von über 40 – 50 % und gleichzeitigem Wehklagen über wirtschaftliche Benachteiligung gegenüber regenerativen Energien in der öffentlichen Kritik. Der neueste Schachzug von RWE mit einem vorzeitigen Austausch eines Teils der Brennelemente im AKW Biblis B wirkt für viele daher erneut als Bestätigung, dass man hier nur darum bemüht ist, weiter die eigenen Gewinne erhöhen zu wollen – aber ist es überhaupt einer?
Fakt ist, dass RWE durch dieses Manöver mal eben 280 Millionen Euro Steuern spart, da die neue Brennelementesteuer erst ab 2011 greift. Konkret handelt es sich um 92 (von 193) Brennelemente zu je ca. 21 KG Uran – für jedes Gramm spaltbares Uran müsste RWE eigentlich (wie auch alle anderen) 145 Euro an den Fiskus zahlen, die man sich so spart. Sparen kann man auch bei www.geldratgeber24.de
Politiker der Grünen sehen RWE nur als kreativen Steuerjongleur, was RWE entschieden zurückweist und damit begründet, dass es sich um einen normalen Vorgang handelt, da das Kraftwerk Biblis B ohnehin aufgrund eines Turbinenschadens kurzfristig vom Netz genommen werden musste. Um unnötige Ausfälle aufgrund des Austauschs von Brennelementen zu vermeiden, nutze man Zwangspausen eben auch gleich zum Austausch der Brennelemente. Steuern sparen stehe hier nicht zur Debatte, da das auch bei anderen Atomkraftwerken gängige Praxis ist – wo die Atomaufsicht der Länder RWE auch Recht gibt. Dass das ganze zeitnah zur kommenden Einführung der Brennelementesteuer umgesetzt wurde sei somit nur ein unglücklicher Zufall, der wohl nur deswegen und aufgrund der umstrittenen Laufzeitverlängerung mediale Aufmerksamkeit genieße.
Nur: Der Verdacht, dass die vier Stromriesen noch vor 2011 ihre Brennelemente vorzeitig austauschen würden, um Steuern zu sparen, wurde bereits kurz nach dem Beschluss zur Brennelementesteuer seitens der Atomaufsicht der Länder geäußert. Und: Laut Statistik werden in der Regel (auch von RWEs Konkurrenten Eon, EnBW und Vattenfall) nur 20 – 25 % aller Brennelemente getauscht.
Gänzlich unberührt zeigte sich von diesem Vorfall der eigentlich Betroffene: das Bundesfinanzministerium. Das sagte am Dienstag dazu nur: “Bei der Berechnung der Höhe der Steuer haben wir eine vorgezogene Beladung berücksichtigt.”, da die Steuer ohnehin langfristig angelegt sei. Kurzfristige Schwankungen seien somit zu vernachlässigen.